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Welche Arten digitaler Karten gibt es?

Grundsätzlich muss man zwischen Raster- und Vektorkarten unterscheiden.

Rasterkarten sind aus einzelnen Bildpunkten (Pixeln) aufgebaut. Die Rasterkarte hat einen festen Maßstab und kann (analog zur Papierkarte) auch kartografische Differenzierungen oder 3D-Schattierungen haben. Zoomt man in die Rasterkarte hinein, wird die Karte irgendwann "pixelig" und unlesbar. Wenn man seine Papierkarten einscannt und diese kalibriert, entstehen aus Papierkarten ebenfalls digitale Rasterkarten.
Es besteht ein großes Angebot an digitalen Rasterkarten. Sehr verbreitet sind die topografischen Rasterkarten der deutschen Landesvermessungsämter (Top50). Diese können sehr schön am PC zur Tour-Planung und -Visualisierung genutzt werden. Beim Kauf solltest du darauf achten, dass die Rasterkarte kompatibel mit deiner GPS-Software ist. Oft werden die Karten schon zusammen mit einer GPS/Planungs-Software ausgeliefert (z.B. MagicMaps).

Rasterkarten auf dem GPS-Gerät
Rasterkarten haben gegenüber Vektorkarten einen erhöhten Speicherplatzbedarf. Auch ist die Darstellung auf dem GPS-Display nur in einem bestimmen Zoom/Maßstab gut. Einige GPS-Nutzer ziehen allerdings aus "Gewohnheit" diese Art der Karte vor, denn sie stellt ja nichts anderes als die digitale Form einer Topo-Papierkarte dar. Allerdings können Rasterkarten nicht auf Garmin-GPS-Geräte übertragen werden*. Auch unterstützt die Garmin-Mapsource-Software keine Rasterkarten. Wichtig: Man benötigt für kartenfähige Garmin-GPS-Geräte spezielle Vektorkarten. Diese müssen Garmin-kompatibel sein.

UPDATE*: Auf Garmin-Outdoor-Geräten der neueren Generation (Dakota, Oregon, Colorado) lassen sich auch Rasterkarten übertragen, allerdings nicht komplette Kartensätze. Infos zu Rasterkarten auf Garmin-Outdoor-Geräten

Vektorkarten (für Garmin-GPS-Geräte)

Vektorkarten bestehen aus gespeicherten Punkten und Linien. Sie wirken auf den ersten Blick etwas abstrakt. Ihr erster Vorteil gegenüber Rasterkarten offenbart die Vektorkarte beim "hineinzoomen": Die Karte wird neu berechnet und zeigt jetzt mehr Details bei stärkerer Vergrößerung (daher haben Vektorkarten auch keinen konkreten Maßstab). Auch können Wegpunkt-Informationen (Sehenswürdigkeiten, Restaurants etc.) mit auf der Vektorkarte integriert sein. Manche Vektorkarten (z.B. City Navigator Straßenkarten) besitzen die Fähigkeit einer automatischer Routenberechnung (Autorouting). Man muss dies im GPS-Gerät, soweit es Autorouting unterstützt, einstellen (Einstellungen > Routing > Folge Straße).

Um Vektorkarten auf ein kartenfähiges Garmin-GPS-Gerät zu übertragen, kannst du die bereits erwähnte und meist mitgelieferte Mapsource Software benutzen. Hierzu ein wichtiger Hinweis: Das geeignete Garmin-kompatible Vektor-Kartenmaterial muss extra erworben werden (Topo Deutschland ca. 165,- € ).

Es gibt allerdings auch etliche freie/kostenlose Vektorkarten für Garmin-Geräte.
Teilweise lassen sich diese mit Setup installieren und somit auch über Mapsource benutzen und übertragen. Einige können nur mit einer speziellen Software aufs GPS-Gerät übertragen werden. Hinweise hierzu auch in unserem Artikel über das sehr empfehlenswerte OpenStreetMap-Projekt.

Eine sehr spezielle Form der digitalen Karte stellen die Google Earth Software sowie ihre Web-Version Google Maps dar. Teils hochauflösende Satelliten-/Luftbilder lassen sich mit digitalem Kartenmaterial überlagern. Mit kostenlosen Online-Tools wie www.wegeundpunkte.de lassen sich Routen auf Google Maps erstellen, bearbeiten und exportieren. Der große Vorteil besteht darin, dass keine Karten bzw. Software gekauft werden muss. Lediglich zur Datenübertragung muss auf dem PC eine Freeware (z.B. EasyGPS) installiert sein.

Topografische Karten vs. Straßenkarten

In einer topographischen Karte sind die sichtbaren Erscheinungen der Erdoberfläche (Gelände, Situation, Namensgut etc.) dargestellt. Sie beinhalten Höhenlinien, Berge, Straßen, Wanderwege, Pfade, Wälder, Gewässer etc. und sind deshalb für den Outdoor-Einsatz (Wandern, MTB) gut geeignet. Auf digitalen Vektorkarten sind oft POIs (Points of Interest wie Restaurants, Hotels, Sehenswürdigkeiten, etc.) integriert. Ein Beispiel für eine solche topgrafische Vektorkarte (die auch aufs GPS-Gerät aufladbar ist) ist die Topo Deuschland. Topografische Rasterkarten sind beispielsweise die Top 50 der Landesvermessungsämter (z.B. Topographische Karte Baden-Württemberg 1: 50 000).

Digitale Vektorkarten, wie der "City Navigator" sind detaillierte Straßenkarten mit automatischer Routenberechnung am PC und auf dafür geeigneten Navigationssystemen. Zudem verfügen solche Straßenkarten über eine Adress-Suche. Die Routing-Funktion kann zwar zum Teil für Radfahrer oder Fußgänger konfiguriert werde, ist für Mountainbiker oder Wanderer jedoch nicht zu empfehlen, da das Kartenmaterial auf die Navigation mit dem KFZ ausgerichtet ist. Bei reinen Straßenrouten fürs Rennrad sieht dies etwas anders aus. Man sollte in diesem Falle unbedingt über eine Einstellmöglichkeit verfügen, die es erlaubt Autobahnen/Fernstraßen etc. zu „meiden“.

Vor dem Kauf einer digitalen Karte solltet ihr auf jeden Fall abklären, ob diese kompatibel zu eurem GPS-Gerät ist.